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Draco - Der Drache
Um 1600 entstand draco, der Drache, ein bizarres Wesen mit 7 verschiedenen (Katzen)Köpfen, vier Beinen, zwei Armen und vier Schwänzen. Die Herkunft der Plastik ist unbekannt. Im 19. Jahrhundert vermutete man darin einen Ulk Jenaer Studenten, die das Ungeheuer als "Jagdbeute" aus den Teufelslöchern, den bereits 1319 genannten Höhlen, mitgebracht hätten und im Triumphzug durch Jenas Straßen getragen haben sollen, vieleicht nach dem Motto: "Wenn Sie sich Ihre Prüfungskommission so vorstellen, werden Sie angenehm überrascht sein...". Doch schon im 18. Jahrhundert waren Hinweise auf eine plastische Umsetzung einer neutestamentlichen Textstelle gekommen. Schließlich stellte Dr. von Boeningk in der Jenaischen Zeitung die Hypothese auf, daß die Figur als Requisit für die Aufführung geistlicher Schauspiele durch Theologiestudenten geschaffen worden sei. Sollte diese nach wie vor aufrechterhaltene Vermutung richtig sein, hätten wir es mit einem der seltenen Ausstattungsstücke eines Laientheaters des 17. Jahrhundert oder späten 16. Jahrhundert zu tun. In dieser Deutung erkennt man in der Figur das siebenköpfige Ungeheuer aus der
"Offenbarung an Johannes", dem letzen Buch des Neuen Testamentes. Dort ist der Drache Sinnbild für die widergöttliche Macht, für den Gegenspieler Gottes, den Satan, der vom Anführer der Engelheere, dem Engelfürsten Michael, bekämpft wird. Als Vorbild für die Plastik können die entsprechenden zeitgenössischen Bibelillustrationen angenommen werden. Bevor die Figur im Jahr 1901 in den Besitz des damals gegründeten Stadtmuseums kam, wurde sie in der Universitätsbibliothek aufbewahrt, und es ist nicht auszuschließen, daß auch oben genannte studentische Späße damit getrieben worden sind. Im neuen Haus der Städtischen Museen Jena gehört der Siebenköpfige Drache zu den kulturgeschichtlich interessantesten Exponaten. |